Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! – forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber ein wenig sollten wir ihm schon entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
85 Millionen Einwohner gibt es in der Türkei und pro Jahr 50 Millionen (50 Millionen!) Besucher. Davon gehörten gerade einmal dreißig zu unserer Reisegruppe.
Die ethnische Heterogenität der Bevölkerung tritt nach außen hin wenig in Erscheinung. Alle sprechen türkisch oder werden oder wurden dazu angehalten/gezwungen. Am schlimmsten war der Völkermord an dem armenischen Bevölkerungsteil während des 1. Weltkrieges. Nach offiziellen Schätzungen sind heute 99 Prozent der Bevölkerung Muslime.
Izmir Anflug und Abflug - eine Rundreise eben. Seit langem mal wieder die Tatra. Jetzt, im April, schneebedeckt. Links oben im Bild die Hohe Tatra, zur Mitte und nach unten hin die Niedere Tatra.
Geografisch erstreckt sich das Land über zwei Kontinente, 97 Prozent gehören zu Asien, gerade mal drei zu Europa. Die Flora der Türkei gilt als die vielfältigste und abwechslungsreichste des Nahen Ostens. Groß ist auch die Vielfalt der Tierarten. Jedoch werden die Einschnitte in die Natur – so wie bei uns in Deutschland und in allen anderen europäischen Ländern – durch die Industrialisierung der Land- und Forstwirtschaft immer derber. Unsereiner konnte auf der Reise trotz frühlingshaft üppig blühender Natur kaum Insekten und nur wenige Vögel beobachten.
Istanbul. Wechsel des Adhans der Muezzine von Hagia Sophia und Blauer Moschee.
Zeugnisse der Antike. Gleich ob Pergamon, Troja oder Aphrodisias, nur Trümmer sind zu sehen. Doch beeindrucken sie ob ihrer Schönheit. Wie hingegen sieht es mit der Schönheit der heutigen Architektur aus? Ansätze dazu gab es noch im Jugendstil, doch dann kam "Bauhaus", und es war mit der Schönheit vorbei.
Das Trojanische Pferd, nicht gerade antik, dafür die Erzählung. Dabei ist die Frage nicht abschließend zu beantworten, ob, wie Homer zugeschrieben, tatsächlich ein Krieg zwischen den Griechen und Ilios (Troja) stattgefunden hat, .
Die Pflanzenwelt des Buschlandes an der Ägäis-Küste ist noch heute so schön wie in der Antike. Selbst an den Straßenrändern zeigt sich die Pracht. Hier einige wenige und dabei ausgesprochen häufige Beispiele:
a Schopf-Lavendel (Lavendula stoechas)
b Binsenginster (Spartium junceum)
c Unmittelbar nebeneinander zwei Zistrosen: rotblühend die Graubehaarte (Cistus creticus), weiß die Salbeiblättrige Zistrose (Cistus salviifolius).
d Purpur-Bocksbart (Tragopogon porrifolius)
e Orientalischer Zungenstendel (Serapias orientalis) - eine Orchideenart, der man es nicht sogleich ansieht.
f Große Wachsblume (Cerinthe major)
Das Tragen eines Hidschabs (Kopftuch) ist in der Türkei umstritten, durchaus auch ein Politikum. In der Moschee mag es eine Art von Selbstverständlichkeit sein, auch in entlegeneren Gebieten. In den größeren Städten hingegen sieht man die meisten der Frauen, vor allem die jüngeren, ohne Kopftuch
Natürlich gibt es Tiere in der Türkei, sowohl in der Natur als auch in den Siedlungen
a Was für ein schönes Exemplar, der Rüsselkäfer Lixus bardanae. Kommt hier und da auch in Deutschland vor, aber selten
b Ein Erdhörnchen, der Taurus-Ziesel, Spermophilus taurensis. Soll früher häufig gewesen sein.
c Ein enges Sträßchen, Fahrräder, Mopeds, Autos fahren hindurch, aber alle um das Tier herum! Aberglauben, Respekt vor dem Tod eines lieben Tieres?
d Hella, die Ehefrau des Autors, ein Leben lang in Hundefurcht, doch hin und wieder überwiegt die Zuneigung.
e Selten im Leben hat man so viel Schwein
Den Menschen in der Türkei geht es gut, ja, zunehmend besser. Das gefällt auch den Touristen, riesige Hotels zeugen davon. Doch findet man noch immer genügend Platz, um die Ruhe zu genießen. Auch Gelegenheiten für die Angeberei. Doch irgendwann ist mit all dem Schluss - hier wie überall auf der Welt.
Besonders nobel geht es dann im Griechisch-Orthodoxen zu, wie hier auf der Nachbarinsel Samos. Zu erfahren war, dass es sich hierbei um eine Art von Mietgräbern handelt. Nach ein paar Jahren werden die menschlichen Reste entfernt, um Platz für die nächsten Nutzer zu schaffen. Για το όνομα του Θεού - in Gottes Namen!



























